Für viele berufstätige Katzenhalter ist es selbstverständlich, Futter bereitzustellen – doch die Wasseraufnahme wird oft unterschätzt.
Die entscheidende Frage lautet:
Trinkt Ihre Katze tagsüber wirklich genug Wasser?
Langfristig unzureichende Flüssigkeitsaufnahme kann mit Harnwegs- und Nierenerkrankungen in Verbindung stehen.
Warum trinken Katzen von Natur aus wenig?

Die Vorfahren unserer Hauskatzen lebten in trockenen Regionen und nahmen den Großteil ihres Wassers über Beutetiere auf. Daher verspüren Katzen auch heute oft nur ein geringes Durstgefühl.
Zusätzliche Faktoren, die das Trinken reduzieren können:
- Verunreinigtes oder abgestandenes Wasser
- Näpfe, die die Schnurrhaare berühren
- Laute oder stark frequentierte Standorte
- Nähe zur Katzentoilette
- Ungeeignete Materialien
Während der Abwesenheit des Halters bleiben diese Probleme häufig unbemerkt.
Welche Risiken hat eine geringe Wasseraufnahme?

Eine dauerhaft geringe Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko erhöhen für:
- Stark konzentrierten Urin
- Weniger häufiges Wasserlassen
- Harnsteine oder Blasenentzündungen
- Erhöhte Nierenbelastung bei älteren Katzen
⚠️ Auch plötzlich starkes Trinken kann ein Warnsignal sein und sollte tierärztlich abgeklärt werden.
Wie viel Wasser braucht eine Katze pro Tag?
Für gesunde erwachsene Katzen gilt:
Etwa 50–60 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich
(einschließlich Wasser aus dem Futter)
Eine 4 kg schwere Katze benötigt also rund 200–240 ml pro Tag. Bei Trockenfutter ist der Trinkbedarf besonders wichtig.
Praktische Tipps für mehr Wasseraufnahme

1️⃣ Mehrere Trinkstellen anbieten
Ruhige Plätze in der Wohnung eignen sich am besten.
2️⃣ Feuchtigkeit über das Futter zuführen
Nassfutter oder Wasserzusatz im Trockenfutter helfen.
3️⃣ Napfmaterial und Wassertemperatur prüfen
Keramik, Glas oder Edelstahl werden oft besser akzeptiert.
4️⃣ Fließendes Wasser nutzen
Viele Katzen bevorzugen bewegtes Wasser, das zudem länger frisch bleibt.
Worauf berufstätige Halter bei Trinksystemen achten sollten

- Einfache Reinigung
- Leiser Betrieb
- Zuverlässigkeit bei Abwesenheit
Diese Punkte sind im Alltag entscheidender als das Design.
Ersetzt ein Trinksystem den Tierarzt?
Nein.
Trinksysteme unterstützen eine regelmäßige Wasseraufnahme, ersetzen jedoch keine tierärztliche Untersuchung. Veränderungen im Trink- oder Urinverhalten sollten immer abgeklärt werden.
Fazit: Wasseraufnahme ist Teil der täglichen Vorsorge
Sie müssen Ihre Katze nicht ständig beobachten – aber Sie können ihr Umfeld so gestalten, dass ausreichendes Trinken wahrscheinlicher wird. Für berufstätige Halter ist dies eine einfache, aber wirkungsvolle Form der Gesundheitsvorsorge.