Katzen sind sehr reinliche Tiere und benötigen normalerweise keine häufigen Bäder. In diesem Artikel erfahren Sie, in welchen Situationen ein Bad notwendig ist und wie Sie Ihre Katze richtig und sicher waschen.
Warum Katzen kein Bad mögen
Fast jeder Katzenhalter hat schon erlebt, dass die Katze beim Baden deutlichen Widerstand zeigt. Viele Menschen glauben, Katzen hätten Angst vor Wasser – das stimmt jedoch nicht ganz. Viele Katzenarten sind ausgezeichnete Schwimmer und können sogar lange Strecken schwimmen.
Der Hauptgrund für die Abneigung liegt in der Fellstruktur. Das Unterfell bildet eine isolierende Luftschicht, die vor Kälte und Hitze schützt. Wird das Fell nass, geht dieser natürliche Schutz verloren, und die Katze fühlt sich schnell kalt und unwohl.
Zudem sind Katzen sehr auf ihre eigene Körperpflege bedacht. Aus ihrer Sicht ist ein Bad unnötig, stattdessen müssen sie Shampoo, Schaum und ungewohnte Gerüche ertragen – das erhöht den Stress.
Katzen neigen eher zum Beobachten als zum direkten Kontakt. Ein Bad ist für sie nicht nur unverständlich, sondern auch eine erzwungene Form der Nähe. Deshalb versuchen viele Katzen während des Badens zu fliehen oder sich zu wehren.
Wie oft sollte man eine Katze baden?
In folgenden Fällen kann ein Bad sinnvoll sein:
- Bei starker Verschmutzung
- Während einer Behandlung gegen Flöhe oder andere äußere Parasiten
- Vor der Teilnahme an einer Tierausstellung
Im Allgemeinen reicht es aus, eine Katze alle zwei bis drei Monate zu baden; idealerweise höchstens zweimal pro Jahr. Zu häufiges Baden entfernt den natürlichen Talg der Haut.
Talg ist für Katzen wichtig, da er:
- Haut und Fell schützt
- die Hautbarriere erhält
- Stoffwechselprozesse unterstützt
Häufiges Waschen kann die natürliche Schutzfunktion der Haut schwächen.
Sollte man während des Fellwechsels häufiger baden?
Nein. Häufiges Baden während des Fellwechsels kann insbesondere bei Langhaarkatzen zu Verfilzungen führen. Besser geeignet sind:
- Regelmäßiges Bürsten
- Die Verwendung eines Unterfell- oder Entfilzungswerkzeugs
- Ein ausgewogenes Alleinfuttermittel zur Unterstützung des Fellwechsels
Besonderer Fall: Nacktkatzen
Nacktkatzen (zum Beispiel Sphynx-Katzen) haben keine schützende Fellschicht, sodass sich Talg direkt auf der Haut ansammelt. Sie sollten in der Regel alle 1–2 Wochen gebadet werden.
Wie badet man eine Katze richtig?
Das Baden erfolgt in der Regel in sechs Schritten:
- Lauwarmes Wasser in einer Wanne oder einem Becken vorbereiten.
- Die Katze vorsichtig hineinstellen und das Fell anfeuchten.
- Katzenshampoo auftragen.
- Sanft einmassieren und aufschäumen.
- Gründlich mit klarem Wasser ausspülen.
- Mit einem Handtuch sorgfältig abtrocknen.
Wichtige Hinweise beim Baden
- Vor dem Baden die Krallen kürzen und dicke Handtücher bereitlegen.
- Während des Fellwechsels vorher gründlich bürsten.
- Die Wassertemperatur sollte 35–40 °C betragen.
- Keinen starken Wasserstrahl verwenden.
- Badezimmertür schließen, um Zugluft zu vermeiden.
- Darauf achten, dass kein Wasser in Ohren, Augen oder Nase gelangt.
- Die Katze sicher halten, um Kratzer oder Fluchtversuche zu vermeiden.
- Ausschließlich spezielles Katzenshampoo verwenden.
- Gründlich ausspülen, damit keine Rückstände verschluckt werden.
- Shampoo nicht im Gesicht anwenden; dieses vorsichtig mit einem feuchten Tuch reinigen.
- Möglichst keinen Föhn verwenden, da das Geräusch Angst auslösen kann.
Wenn möglich, sollte eine zweite Person helfen.
Am besten badet man die Katze nach dem Spielen, wenn sie bereits etwas ausgelastet ist und weniger Widerstand leistet.
Wenn die Katze es nicht mag – ist Baden trotzdem notwendig?
Ein Bad sollte nur bei Bedarf erfolgen.
Selbst Freigängerkatzen müssen nicht täglich gebadet werden. Leichte Verschmutzungen können oft durch Reinigen der Pfoten entfernt werden.
Hat die Katze Kontakt mit giftigen oder unverträglichen Substanzen gehabt, sollte die betroffene Stelle sofort gereinigt werden, damit nichts aufgenommen wird. Danach unbedingt darauf achten, dass die Katze nicht auskühlt.
Wenn eine Katze das Baden vollständig verweigert, kann man den Tierarzt nach Trockenshampoo fragen. Bei starker Verschmutzung ist jedoch Wasser unverzichtbar.
Wie gewöhnt man eine Katze an das Baden?
Am besten beginnt man bereits im jungen Alter mit einer langsamen Gewöhnung an Wasser. Bevor der Zahnwechsel abgeschlossen ist, sollte jedoch kein vollständiges Bad erfolgen – stattdessen kann man mit dem Waschen der Pfoten beginnen.
Bei erwachsenen Katzen ist Geduld erforderlich. Die Katze sollte niemals gewaltsam ins Wasser gesetzt werden.
Man kann:
- Eine rutschfeste Matte in die Wanne legen
- Nur wenig Wasser einfüllen
- Die Gewöhnung schrittweise gestalten
- Ruhig und beruhigend sprechen
Vor dem Baden kann Spielen helfen, eine positive Verbindung aufzubauen. Ein schwimmendes Spielzeug im Wasser kann zusätzlich ablenken.
Pflege nach dem Baden
Nach dem Bad die Katze in ein Handtuch einwickeln und in einen warmen Raum bringen. Das Fell gründlich trocknen – eventuell sind mehrere Handtücher nötig.
Die meisten Katzen beginnen bald mit der eigenen Fellpflege.
Zum Schluss kann man ein Lieblingsleckerli geben, damit das Erlebnis positiver in Erinnerung bleibt.
Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern der richtige Zeitpunkt und die richtige Methode. Bei sachgemäßer Durchführung kann auch das Baden ein schonender Teil der Pflege sein.